1. Einführung


Gammaspektrometrische Messungen kleiner Aktivitäten in Umweltproben werden zumeist an ausgedehnten Proben mit Detektoren durchgeführt, die einen großen Raumwinkel erfassen. In den ausgedehnten Proben wird je nach Probenzusammensetzung und Photonenenergie ein Teil der Gammastrahlung absorbiert. Der große Raumwinkel führt dazu, daß koinzident emittierte Photonen aus dem radioaktiven Zerfall eines Atoms oftmals gleichzeitig in dem Detektor nachgewiesen werden [1]. Beide Effekte lassen sich experimentell durch Messungen an Proben mit bekannter Aktivität quantifizieren. Diese Detektorkalibrierungen gelten aber nur für jeweils eine Probenzusammensetzung, eine Meßgeometrie und im Fall der Summationskorrektion nur für die bei der Kalibrierung eingesetzten Radionuklide.

In der Literatur [2,3,4] werden eine Reihe von experimentellen Methoden und theoretischen Berechnungen beschrieben, die je nach Größe der beiden Effekte, mehr oder minder gut zur Bestimmung von Korrektionen für andere Probenzusammensetzungen und andere Radionuklide herangezogen werden können. Monte Carlo Verfahren haben den großen Vorteil, daß alle Details der Meßanordnung inklusive der Probenzusammensetzung und komplexe Phänomene der Wechselwirkung der Photonenstrahlung mit Proben- und Detektormaterial berücksichtigt werden können [5].